Regierung plant neue Maßnahmen zur Vereinbarkeit von Pflege und Beruf

Lauterbach: Keine Nachteile im Beruf durch Pflege

Pflegende Angehörige sollen stärker entlastet werden. In einem Gespräch mit der „Neuen Osnabrücker Zeitung“ (Freitag) kündigte der gesundheitspolitische Sprecher der SPD-Bundestagsfraktion, Karl Lauterbach, an, „noch in dieser Legislaturperiode wird es Maßnahmen zur besseren Vereinbarkeit von Pflege und Beruf geben“. Unter anderem seien über die zum 1. Januar in Kraft getretene Pflegezeit hinaus „besondere Formen der Freistellung“ für Angehörige vorgesehen. „Ziel ist es, dass durch die Pflege eines Angehörigen keine Nachteile im Beruf entstehen“, erklärte Lauterbach. Weiterhin sollten die bestehenden Regelungen flexibler und unbürokratischer gehandhabt werden.

Karl Lauterbach

Lauterbach reagierte damit auf die Vorlage der Pflegestatistik des Statistischen Bundesamtes und darauf folgende Kritik an der Bundesregierung. „Die Anregungen der Krankenkassen sind korrekt, wir haben diesbezüglich wirklich große Probleme“, erklärte der SPD-Politiker.

Caritas-Präsident: Regelungen sind zu komplex

Peter Neher, Präsident des Deutschen Caritasverbandes, forderte den Ausbau niedrigschwelliger Angebote für pflegende Angehörige. Der „Neuen Osnabrücker Zeitung“ (Freitag) sagte er: „Die Familie stellt immer noch den größten Pflegedienst der Nation dar. Pflegende Angehörige benötigen dringend Entlastung im Alltag.“ Viele Angehörige, insbesondere solche, die ohne Unterstützung pflegten, wüssten zu wenig über Möglichkeiten der Entlastung wie etwa die Verhinderungs- oder die Tagespflege. „Hier wäre eine bessere Beratung durch die Pflegekassen sehr wichtig“, forderte Neher. Auch seien bisherige Regelungen zu komplex und kaum zu überblicken, kritisierte der Caritas-Präsident. „So hat die bisherige Reform des Pflegestärkungsgesetzes das Dickicht der Regelungen nochmals erhöht statt reduziert“, sagte Neher. Hier bestehe dringender Reformbedarf. – Neue Osnabrücker Zeitung

Bessere Aufteilung familiärer Pflichten, bezahlter Vaterschaftsurlaub

Das Parlament betont, dass flexiblere Erwerbsmodelle die Möglichkeiten von Frauen, aktiv am Arbeitsmarkt teilzuhaben, erweitern können, stellt jedoch gleichzeitig fest, dass sich diese Flexibilität negativ auf Löhne und Renten der Frauen auswirken kann. Aus diesem Grund fordern die Abgeordneten Männer und Frauen auf, die beruflichen, familiären und sozialen Verpflichtungen ausgewogener aufzuteilen. Väter sollten einen vergüteten Vaterschaftsurlaub von mindestens zehn Arbeitstagen nehmen können. Die Abgeordneten bedauern die seit 2010 andauernde Blockade der Mutterschutzrichtlinie im Rat und fordern die Mitgliedstaaten nachdrücklich auf, die Verhandlungen hierüber wiederaufzunehmen.

Um die Vereinbarkeit von Berufs- und Privatleben zu verbessern, fordert das Parlament die EU-Kommission auf, die Mitgliedstaaten finanziell stärker zu unterstützen, damit den Eltern erschwingliche Betreuungsmöglichkeiten angeboten werden können. Die Abgeordneten weisen darauf hin, dass laut Kommission Mütter die Betreuungskosten als Hauptgrund dafür angeben, nicht oder nur in Teilzeit zu arbeiten.© Europäische Union

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