Wagenknecht sieht Linke in Thüringen bei Neuwahl im Vorteil

Wegen Thüringen: Zahl der Parteieintritte bei Linken verzehnfacht

Wagenknecht sieht Linke in Thüringen bei Neuwahl im Vorteil

Die ehemalige Faktionsvorsitzende der Linken, Sahra Wagenknecht, rechnet im Falle rascher Neuwahlen in Thüringen offenbar mit einem besseren Abschneiden ihrer Partei. „Falls es baldige Neuwahlen gibt, dürften die Ergebnisse eindeutig ausfallen“, sagte Wagenknecht der „Saarbrücker Zeitung“.

Umfragen zeigten, dass nicht nur die Wähler der Linken Bodo Ramelow als Ministerpräsidenten wollten, sondern auch viele CDU-Wähler, erklärte Wagenknecht. „Dass jetzt mit Hilfe der AfD der Wählerwille missachtet werden sollte, ändert an Ramelows Beliebtheit nichts.“¹

Die Vorgänge in Erfurt haben bei der Linken eine Eintrittswelle ausgelöst. „Schon am Tag der Ministerpräsidenten-Wahl in Thüringen haben sich unsere Beitrittszahlen verzehnfacht“, sagte Parteichef Bernd Riexinger der Düsseldorfer „Rheinischen Post“. In den wenigen Stunden habe seine Partei 113 neue Genossen begrüßen können.²

ARD-DeutschlandTrend extra: Mehrheit der Bundesbürger begrüßt Rücktrittsankündigung von Thüringens Ministerpräsident Thomas Kemmerich

Nach seiner überraschenden Wahl zum Ministerpräsidenten von Thüringen am gestrigen Mittwoch hat Thomas Kemmerich (FDP) heute angekündigt, die Auflösung des Landtages im Freistaat von seiner Fraktion beantragen zu lassen. Mit diesem Schritt und seinem Rücktritt vom Amt des Ministerpräsidenten, den er in diesem Zusammenhang ebenfalls ankündigte, wolle er den Weg für Neuwahlen in Thüringen frei machen. Dass der 54-Jährige nach nur einem Tag im Amt eben dieses wieder zur Verfügung stellen will, finden 61 Prozent der Bundesbürger richtig, während 24 Prozent diesen Schritt für falsch halten. Das hat eine Blitz-Umfrage von infratest dimap für den ARD-DeutschlandTrend heute ergeben.

Danach gefragt, wie sich die Meinung der Bundesbürger über die Parteien durch die Geschehnisse in Thüringen seit gestern verändert hat, ergibt sich folgendes Stimmungsbild: 60 Prozent der Befragten sagen, ihre Meinung über die Linke habe sich nicht verändert, 19 Prozent geben an, ihre Meinung habe sich verschlechtert, 10 Prozent geben an, ihre Meinung habe sich verbessert. Über die AfD hat sich die Meinung bei 56 Prozent nicht geändert, 28 Prozent geben an, ihre Meinung sei schlechter geworden, während 8 Prozent ihre Meinung über die AfD verbessert haben. Die Meinung über die SPD hat sich für 61 Prozent der Befragten nicht geändert, für 23 Prozent verschlechtert und für 7 Prozent verbessert. Die Meinung über die Grünen ist bei 63 Prozent der Befragten gleich geblieben, bei 19 Prozent hat sich die Meinung verschlechtert und für 7 verbessert. Am deutlichsten hat sich die Meinung der Deutschen über die CDU und die FDP geändert. Zwar geben 46 Prozent der Befragten an, ihre Meinung zur CDU habe sich nicht geändert. Bei 41 Prozent jedoch hat sie sich verschlechtert und bei 4 Prozent verbessert. Die Freien Demokraten kommen im Stimmungsbild der Parteien am heutigen Tag am schlechtesten weg: 44 Prozent der Befragten sind der Meinung, das sich ihre Meinung über die FDP eher verschlechtert hat. Für 43 Prozent machen die Geschehnisse in Thüringen keinen Unterschied und 4 Prozent haben ihre Meinung über die FDP verbessert.

Bereits gestern haben führende Bundespolitiker erneut die Zusammenarbeit mit der AfD prinzipiell ausgeschlossen. Bei den Befragten kommt diese Ausschluss-Erklärung mehrheitlich gut an: 58 Prozent halten sie für richtig, 17 Prozent halten sie für falsch. 22 Prozent der Befragten sind der Meinung, dass die Parteien von Fall zu Fall über eine Zusammenarbeit mit der AfD entscheiden sollten.³

¹Saarbrücker Zeitung ²Rheinische Post ³WDR Kommunikation

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