Fußballweltverband (Fifa) unter dringendem Korruptionsverdacht

Korruptionsvorwürfe gegen die FIFA

Fußballweltverband (Fifa) unter dringendem Korruptionsverdacht

Der Fußballweltverband (Fifa) steht unter dringendem Korruptionsverdacht. Schweizer Ermittler haben auf Ersuchen der US-Justiz in einem Hotel in Zürich mehrere hochrangige Funktionäre festgenommen und die Fifa-Zentrale durchsucht. Der Verdacht: Annahme von Bestechungsgeldern.

Auch die Schweizer Justiz geht davon aus, dass es bei den WM-Vergaben an Russland und Katar Unregelmäßigkeiten gegeben hat. Der Verband selbst reagierte unbeeindruckt auf die Festnahmen von Zürich. Der Fifa-Kongress und die Präsidentenwahl sollen wie geplant am Freitag in der Schweiz stattfinden. phoenix

An der Spitze der FIFA thront eine Riege von Funktionären um Präsident und „Strippenzieher“ Sepp Blatter, die den Fußball als Geschäft sieht und in ihrer eigenen Welt lebt – auf Trauminseln, in
Luxushotels und VIP-Logen. Kritiker werfen den FIFA-Oberen vor, ein dekadentes Leben zu führen – auf Kosten von Millionen Fans, die bei Weltmeisterschaften vor verschlossenen Türen stehen. ZDF

Die FIFA muss weg, Ersatz muss her. Wer daran noch Zweifel hat, ist entweder Zyniker oder Realitätsverweigerer. Allein wie der so erfolgreiche Fußballweltverband, ein gemeinnütziger Schweizer Verein mit 2,1 Milliarden Dollar Jahresumsatz, am Mittwoch auf Festnahmen und staatsanwaltliche Ermittlungen reagierte, lässt keine andere Schlussfolgerung zu. FIFA-Exekutivkomitee-Mitglieder in Untersuchungshaft, ein USA-Strafbefehl gegen FIFA-Vizepräsident Jeffrey Webb, Schweizer Ermittlungen wegen Betrugs bei der WM-Vergabe 2018 und 2022 – die FIFA indes macht einfach weiter: Der Kongress und die Wahl des Präsidenten, die der 79-jährige Joseph Blatter aller Voraussicht nach erneut gewinnen wird, sollen wie geplant stattfinden. Die FIFA sei selbst »die Geschädigte« verkündete ihr Sprecher.

»Ein trauriger Tag für den Fußball«, so lautete das dünne Statement, das vom Blatter-Gegenkandidaten Prinz Ali bin Al Hussein zu vernehmen war. Ein trauriger Tag für die FIFA, nicht für den Fußball, auch wenn die Schizophrenie eines Theo Zwanziger erschüttern kann: Der einstige DFB-Boss, der lange Jahre in der FIFA-Exekutive saß, konstatierte jüngst, die FIFA sei »ein großer Sumpf«, in dem sich »zu viele bedienen« könnten. Sein Nachfolger Wolfgang Niersbach hat in diesen Tagen die Chance zu handeln: Ist es wirklich undenkbar für einen starken, gut vernetzten Verband wie den DFB, aus der FIFA auszutreten? Was wäre, wenn der Weltmeister das Spiel nicht mehr mitspielte? neues deutschland

Wie eine Schockwelle ging heute Morgen die Nachricht durch die Fußballwelt: Hohe Funktionäre der FIFA wurden wegen Korruptionsverdacht festgenommen. Es ist bisher die größte staatsanwaltschaftliche Aktion gegen den internationalen Sportverband. Was bedeuten die neuen Vorwürfe für die Zukunft des Weltfußballs? Kann der FIFA-Präsident Joseph Blatter sich noch halten? Müssen die Weltmeisterschaften in Katar und Russland neu vergeben werden? Redaktion: Stefan Rocker / Thomas Wehrle (SWR)

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