Afghanistan 2.0: Allianz gegen IS stärkt Assad

Angriff der Terroristen galt dem Westen insgesamt

Afghanistan 2.0: Allianz gegen IS stärkt Assad

Die Terroranschläge von Paris galten nicht nur den Franzosen. Sie galten den „Kreuzfahrer-Nationen“. Aus Sicht der Terror-Miliz IS gehört Deutschland dazu. Es ist also konsequent, dass die Bundesregierung ihrem Versprechen, den Franzosen „jedwede Unterstützung“ zu geben, mit dem Einsatz der Aufklärungs-Tornados nun auch Taten folgen lässt. Die menschenverachtende Brutalität des Islamischen Staats muss mit militärischen Mitteln bekämpft werden.

Die westlichen Staaten haben keine andere Wahl, als in einem breiten Bündnis mit der arabischen Welt und Russland diesen risikoreichen Weg zu gehen. Die Fehler, die im Irak und in Afghanistan gemacht wurden, haben den Westen lange zögern lassen, den Kampf gegen den IS aufzunehmen. Doch Paris lehrt uns, dass der Terror zu uns kommt, wenn wir ihn nicht an der Wurzel bekämpfen. Luftschläge allein werden nicht ausreichen; es braucht auch Bodentruppen, die aber die arabische Welt selbst aufstellen muss.

Der Erfolg im Kampf gegen den IS hängt nicht nur von militärischer Stärke ab, sondern vor allem von der Geschlossenheit seiner Gegner und ihrem Willen zu einer politischen Lösung. Bislang reicht dieser Wille nicht aus. Rheinische Post

Nun geht es schnell mit einem Einsatz deutscher Soldaten in der Krisenregion. Die zurückhaltende Rhetorik der Regierung darf nicht darüber hinwegtäuschen, um was es geht: 14 Jahre nach dem Beginn des US-geführten Afghanistan-Einsatzes beteiligt sich Deutschland wieder direkt an einem Anti-Terror-Krieg, dessen Ende unabsehbar ist. Und es ist unklar, ob die Lehren aus dem Afghanistan-Desaster beherzigt werden. Der Schulterschluss mit der Regierung in Paris war zwingend, die Allianz gegen die Terrororganisation IS ist es auch.

Angriff der Terroristen galt dem Westen insgesamt

Auch Deutschland ist bedroht – und wird seinen Teil dazu beitragen müssen, diese Gefahr auszuschalten, selbst wenn vorübergehend das Risiko von Anschlägen hierzulande sogar steigen könnte. Ohne militärische Mittel ist der IS nicht zu stoppen. Aber: Der Einsatz muss gut überlegt, kühl geplant sein. Eine der wichtigsten Lehren aus den Kriegen in Afghanistan und im Irak lautet indes: Wer sich in einen solchen Konflikt begibt, muss auch wissen, wie er wieder herauskommt.

Und das Ziel muss klar benannt sein. Daher wüsste man gern mehr zur Strategie Deutschlands: Alle Experten versichern, dass mit Angriffen aus der Luft allein der IS nicht besiegt werden kann. Noch aber scheut der Westen eine solche verlustreiche Mission. Nur: Ein bisschen Einsatz gibt es nicht. Die Kanzlerin muss rasch erklären, wie ihre Strategie aussieht. So richtig es ist, dass Deutschland nicht beiseite stehen darf – anderen Staaten bedingungslos folgen muss es nicht. Christian Kerl Westfalenpost

Seit mehr als vier Jahren tobt der Krieg in Syrien. Er hat hunderttausende Tote und Millionen Flüchtlinge produziert. Aus einem Aufstand gegen Assad ist ein extrem unübersichtlicher Vielfronten- und Stellvertreterkrieg entstanden, ein völlig verworrenes Konfliktbündel und der parasitäre IS-Terrorstaat. Europa ist in diesen vier Jahren nichts eingefallen, um die Gewalt zu mindern. Einigen konnte man sich im Grunde nur auf zwei Dinge: Dass Assad weg und die Ausbreitung des IS gestoppt werden muss.

Nun, angesichts nicht endender Flüchtlingstrecks, des Eingreifen Russlands und eines furchtbaren Terrorangriffs in Paris, wirft man den einen Grundsatz über Bord: Das empfindlich verwundete Frankreich will mit Assad kooperieren und verkündet das einen Tag, nachdem die Bundesregierung erklärt hat, sich – ohne UN-Mandat – mit Truppen am Anti-IS-Krieg zu beteiligen. Dieser Vorschlag ist unvernünftig und inakzeptabel. Assad ist ein Diktator und Verbrecher, der sein Volk quält, unter anderem mit Giftgas.

Sollte die Bundeswehr Hilfsdienste im Luftkrieg leisten, während Assads Armee am Boden marschiert, wäre das keine Realpolitik mehr, sondern Beihilfe zu Unterdrückung und Massenmord. Natürlich ist es verständlich, dass Frankreich jetzt schnelle Erfolge im Anti-IS-Kampf sehen will, aber der Blick der Grande Nation scheint von Wut getrübt. Assad ist nicht die Lösung des IS-Problems, sondern eine der Ursachen. Südwest Presse

DasParlament

Eine Antwort auf "Afghanistan 2.0: Allianz gegen IS stärkt Assad"

  1. Man soll tolerant sein   Sonntag, 29. November 2015, 13:37 um 13:37

    Und ich bin sehr tolerant… Ich habe nichts gegen Raucher, Nichtraucher, Dumme, Intelligente, Kleine, Große, …

    Aber wenn die Dummen sich zu Redaktionen wie bei RP, Welt, Focus, FAZ, Süddeutsche und dergleichen zusammenschlössen, dann würde ich aber intolerant…

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