Die menschliche Gier – Dunkle Finanz-Kanäle nach Panama

"Panama Papers" über Steuern sparende Briefkastenfirmen

Die menschliche Gier – Dunkle Finanz-Kanäle nach Panama

Eine Minderheit ohnehin schon einkommensstarker Integrationsverweigerer versucht, zu Lasten des Gemeinwesens und auf Kosten anderer noch reicher zu werden. Nicht zum ersten Mal wird das nun mit zahllosen Dokumenten belegt – und wieder hört man die Absicht, nun aber wirklich einmal ernsthaft gegen legalen Abgabenbetrug, Geldwäsche, verbotene Steuerhinterziehung vorzugehen. Dass dies auch wirksam passiert, wird man nicht hoffen können.

Enthüllungen der „Panama Papers“ – „Unkultur des Asozialen“

Dabei wäre ein großer Sprung nach vorn so wichtig: Was hier geschieht, als Kavaliersdelikt verniedlicht, als legale Möglichkeiten der Steuervermeidung staatlich auch noch gefördert, als privater Bereicherungssport betrieben – das unterminiert die Res publica, die öffentlichen Angelegenheiten. Treiber dafür ist eine Unkultur des Asozialen, die sich dem Grundgedanken des demokratischen Gemeinwesens entzieht – dass nämlich Lasten je nach Stärke der Einzelnen geteilt werden.

Deshalb braucht es auch eine Kulturrevolution: Es muss endlich Schluss sein mit der Verachtung des Öffentlichen, die auch in einer breiteren Öffentlichkeit längst in den Köpfen Spuren hinterlassen hat, die aber nur jene leichtherzig betreiben können, die es sich privat auch leisten können. Eine jahrelange öffentliche Debatte, die nach dem schwachen Staat, nach weniger Öffentlichem ruft, ist mitschuldig an Zuständen, die einer Parallelgesellschaft erlaubt, auf nicht selten kriminelle, in jedem Fall aber antisoziale Weise reicher zu werden. neues deutschland

„Panama Papers“ über Steuern sparende Briefkastenfirmen

Der Fall der „Panama Papers“ stellt wohl eine historische Zäsur dar: Was man zuvor immer schon ahnte, ist jetzt Gewissheit. Sogenannte Vorbilder aus allen gesellschaftlichen Bereichen sind alles andere als dies, weil die menschliche Gier, der Drang nach Profitmaximierung sie dazu trieb, das für Schulen, Straßen und Brücken, Kitas, Renten, mehr Polizisten und Flüchtlinge – ja auch dafür – bestimmte Geld zu hinterziehen.

Diese erwähnte Gier ist universell – der Weg vom Steuersparen zum Steuerhinterziehen mitunter kürzer als man denkt. Freut sich der sogenannte kleine Mann, wenn er dem Fiskus mal ein Schnippchen geschlagen hat, so unterscheidet ihn nur die Dimension der Straftat von den großen, den betuchten Playern. Die Summen sind andere, wohl wahr.

Sage niemand, es käme unerwartet. Zumindest geahnt haben wir doch, dass dieses System trotz der aufgedeckten Steuerskandals um Banken in der Schweiz und Stiftungen in Liechtenstein existiert. Überraschend ist nur die Dimension.

Das gute dabei ist, dass das Steuerrecht eigentlich keinen Prominentenbonus kennt. Kriminelle Energie wird es immer geben. Sie ist dem Menschen immanent. Nun aber ist die Politik in Zugzwang geraten, Gerechtigkeit wieder herzustellen.

Und an die Adresse auch und gerade deutscher Banken: Wer gemeinsame Sache mit Kriminellen macht, ist selbst kriminell. Es ist ein asoziales Geschäftsmodell, das jetzt an die Öffentlichkeit gezerrt wurde. Zuvor ordentlich versteuertes Geld jedenfalls bedarf keiner dunklen Kanäle nach Panama – vieler kleiner, finsterer Panamakanäle. Das sollte eigentlich auch jedem äußerlich seriös erscheinenden Banker einleuchten. Axel Zacharias Thüringische Landeszeitung

Wissing: Panama Papers umfassend auswerten und Rechtsverstöße prüfen

Berlin. Zu den Panama Papers erklärt das FDP-Präsidiumsmitglied DRr. Volker Wissing: „Die Enthüllungen sind ein Schlag gegen Steuerflucht und möglicherweise auch Steuerbetrug. Die Vorwürfe wiegen schwer. Die Offenlegung taugt jedoch nicht für reflexartige Forderungen. An erster Stelle muss eine umfassende Auswertung und rechtliche Prüfung stehen. Rufe nach Gesetzesverschärfungen sind zum jetzigen Zeitpunkt reiner Populismus. Die Bundesregierung muss die internationale Zusammenarbeit gegen Steuerflucht und -betrug forcieren. Ein nationaler Alleingang wäre nicht mehr als Symbolpolitik. Bei den Panama Papers gilt: Gründlichkeit vor Schnelligkeit.“ FDP

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