Donald Trump fordert US-Einreiseverbot für Muslime

Trump schockiert Muslime weltweit

Donald Trump fordert US-Einreiseverbot für Muslime

Schließlich seien die beiden Attentäter muslimischen Glaubens. Man möchte jetzt fragen: Wie dumm kann jemand sein, dass er die Wirkung seiner Parolen nicht zu erkennen scheint, sondern sie im Gegenteil wiederholt und auch noch steigert? Was kommt denn morgen oder übermorgen: Der Vorschlag, Muslime auf dem Times Square in New York auszustellen und so lange mit Donuts zu bewerfen, bis sie öffentlich ihrem Glauben abschwören? Das ist dem Mann zuzutrauen. Berliner Zeitung

Donald Trump ist nur auf den ersten Blick der in vielen Umfragen strahlend führende Präsidentschaftskandidat der Republikaner in Amerika. Bei genauem Hinsehen erkennt man einen um seine brüchige Vormachtstellung bangenden Brunnenvergifter. Trump ist bei gebildeteren konservativen Wählern, vielen Frauen und Latinos so beliebt ist wie Kopfläuse. Sie würden ihn niemals wählen. Trump weiß das. Aus dieser Gemengelage heraus erklärt sich sein jüngster Tabubruch.

Seine im Lichte des Massenmords von San Bernardino erhobene Forderung nach einem pauschalen Einreiseverbot für Muslime ist fremdenfeindliche Hetze und politisch null mehrheitsfähig. Sie verstößt gegen die amerikanische Verfassung und verursacht Trumps eigener Partei Würgereiz und Fremdschämdrang. Kurzum: lächerlich, ja widerwärtig – aber brandgefährlich. Nach dem Terroranschlag durch ein unerkannt in den militanten Hass abgedriftetes muslimisches Ehepaar in Kalifornien gießt Trump Öl in ein Feuer, das bei der ausgeprägten Islamfeindlichkeit im Land zum Flächenbrand werden kann. Das ist verantwortungslos und schäbig.

Trump agiert aus niedersten Motiven. Senator Ted Cruz, auch ein Feuerkopf, aber mit entschieden mehr Brillanz darin, holt gerade in Umfragen mächtig auf. Durch rhetorischen Extremismus will Trump seine Gegner als Schlappschwänze abkanzeln und die für Hysterie empfänglichen Wählerschichten mobilisieren. Gegen seine Faktenverdrehungen und lupenreinen Lügengeschichten sind die AfD-Petryjünger in Deutschland beinahe Waisenknaben. Trump hat sich und seinen Anhängern ein Paralleluniversum gebaut, in dem sich nur Menschenfeinde und Verlustangsthasen zu Hause fühlen können.

Mit Schauermärchen beutet er die Ängste einer Minderheit aus, die den Glauben an das politische System in Washington verloren hat. Das ist Rattenfängerei. Das ist schamlos. Niemand muss sich wundern, wenn es in Amerika zu gewalttätigen Übergriffen gegen Muslime kommt. Donald Trump schlägt penetrant die Trommel und stimuliert die Jetzt-reicht’s-Mentalität. Er hat sich mit seiner Demagogie für die Kandidatur zum Weißen Haus endgültig disqualifiziert. Die Republikanische Partei muss endlich die Courage aufbringen, das öffentlich zu sagen.

Islamistische AnschlägeDer privatisierte Terror

Wenn es das Ziel der Massenmörder des „Islamischen Staates“ sein sollte, die zivilisierte Welt an den Rand der Verzweiflung zu treiben, dann sind die Apokalyptiker in der vergangenen Woche in Amerika und – nach dem Messerattentat in der Londoner U-Bahn – auch in Großbritannien einen bedenklich großen Schritt weiter gekommen. Die USA, seit der Katastrophe des 11. September 2001 überwachsam und wehrhaft, hatte mit vielem gerechnet. Aber nicht mit einer jungen muslimischen Mutter, die neben dem Wickeltisch Rohrbomben baut, an Schnellfeuergewehren hantiert und mit ihrem Ehemann eine Weihnachtsfeier in einen Privat-Dschihad mit 14 Toten verwandelt.

Das Massaker in Kalifornien stellt eine Zäsur dar, die erst schrittweise ins Bewusstsein einsickert. Der Terror hat endgültig privatisiert. Er bildet wie ein bösartiger Krebs immer neue Metastasen, gegen die kein konventionelles Medikament wie Telefon-Überwachung oder Metall-Detektor hilft. Wie konspirativ das Mörder-Paar sein Drehbuch in die Tat umsetzte, führt vor Augen, dass der radikal-islamistisch inspirierte Hass auf den Westen weder Hauptquartier, Truppen noch Marschbefehl benötigt. Idee und Realisation sind getrennt. Ein nach außen unauffällig wirkendes kleines Einwanderer-Glück reicht aus.

Nach der Explosion der wandelnden Zeitbomben fragt sich Amerika: Wie viele Syed Farooks und Tashfeen Maliks leben denn noch unter uns? Weil die Antwort darauf unmöglich zu geben ist, sind Übersprungshandlungen programmiert. Syrische Flüchtlinge aufzunehmen, und seien es auch nur 10.000, um den ächzenden Europäern ein wenig Solidarität zu zeigen, wird sich die Regierung von Barack Obama kaum mehr gestatten. Dass so der Einzelfall zum Generalverdacht umgebogen wird, dass sich Muslime und Mehrheitsgesellschaft bis zur offenen Feindseligkeit voneinander entfremden, ist exakt das Ziel, das die Mordbrenner des IS, die weder Staat noch islamisch sind, verfolgen. Tappt Amerika in diese Falle? Kann Europa mäßigend einwirken? In der kontaminierten politischen Debatte haben ruchlose Scharfmacher wie Donald Trump die Oberhand gewonnen.

Grau-Töne unerwünscht. Der Umfragen-Liebling unter den republikanischen Präsidentschafts-Kandidaten wirbt für die Überwachung von Moscheen, eine Sonder-Datei für Muslime und die Abschiebung von Flüchtlingen aus islamischen Ländern. Seine Hetz-Agenda trifft bei vielen verunsicherten Wählern auf offene Ohren. Der radikale Islam, die Sorge um die nationale Sicherheit ist das heißeste Thema im Wahlkampf geworden. Und Präsident Obama, der um Besonnenheit wirbt, ein Getriebener der Ereignisse. Seine außerplanmäßige Fernsehrede heute Nacht war der Beweis. Dirk Hautkapp Neue Westfälische

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https://youtu.be/8UI4wbMItko

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