Systematische Vertreibung des Christentums durch ISIS

Jung: Christen werden in Syrien Opfer von Gewalt und Verfolgung

Systematische Vertreibung des Christentums durch ISIS

ISIS-Kämpfer haben nach Angaben der Syrischen Beobachtungsstelle für Menschenrechte sowie übereinstimmenden Medienberichten am Montag (23.02.) mehrere Dörfer in der syrischen Provinz Hassaka im Nordosten des Landes angegriffen und mindestens 200 assyrische Christen verschleppt.

Islam Terror

CDU/CSU – Erneut haben im Norden von Syrien Terroristen des „Islamischen Staates“ (IS) geschätzte 220 Christen in ihre Gewalt gebracht. Hierzu erklärt der kirchen- und religionspolitische Sprecher der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, Franz Josef Jung: „Der neue Überfall auf christliche Familien in der Region Khabour in Syrien ist ein weiteres dramatisches Beispiel dafür, mit welcher abscheulichen Gewalt und Brutalität der sogenannte Islamische Staat (IS) nach wie vor gegen alle vorgeht, die sich nicht seinem islamistischen Terrorregime beugen.

Die Lage in Syrien, das in der Vergangenheit durch das friedliche Zusammenleben der Religionen geprägt war, ist noch immer brisant. Mehrere Dörfer wurden von den Terroristen des IS angegriffen und eingenommen. Dort leben vor allem christliche Familien, die als religiöse Minderheit besonders unter der Verfolgung der IS-Truppen leiden. In Khabour konnten viele Dorfbewohner fliehen, etwa 220 werden nach Berichten aber von den Extremisten gefangen gehalten. Ihr Schicksal ist ungewiss. Vier von ihnen sollen ermordet worden, Männer und Frauen mit ihren Kindern voneinander getrennt worden sein. Die Sorge der CDU/CSU-Bundestagsfraktion gilt den Entführten, deren Leben in großer Gefahr ist. Wir hoffen auf eine baldige Freilassung.

Nach Schätzungen sind bereits rund 1000 Familien aus Khabour geflohen. Von den dort noch verbliebenen rund 200 christlichen Familien leben mehr als hundert in Gebieten, die bislang nicht vom IS kontrolliert werden. Doch die systematische Vertreibung der Christen und die damit verbundene Auslöschung der christlichen Wurzeln in der Region dauert offensichtlich an. Umso drängender wird es, Mittel und Wege zu finden, die Extremisten zu stoppen und für Stabilität und Sicherheit in den betroffenen Ländern zu sorgen.“ – CDU/CSU – Bundestagsfraktion, www.cducsu.de

Assyrischer Hilferuf

neues deutschlandAbscheu und Protest sind einhellig: Es gibt niemanden hierzulande, der die verbrecherischen Massenentführungen von Assyrern im syrischen Kriegsgebiet nicht verurteilt. Aber was kann effektiv getan werden, um die Opfer unversehrt freizubekommen? Darauf kann niemand eine befriedigende Antwort geben. Und das kann nicht einmal zum Vorwurf gemacht werden. Die IS-Entführerbanden wollen offensichtlich »nur« Lösegeld und kein Massaker anrichten. Diejenigen, die mit den Milizen verhandeln, sollten deshalb auf jeden Fall die stille Unterstützung der internationalen Gemeinschaft genießen. Das ist keineswegs so selbstverständlich, wie es scheint.

Erst vor wenigen Tagen war die ägyptische Verhaltensvariante kennenzulernen: Kairo tat wenig bis gar nichts, um seine in Libyen entführten koptischen Staatsbürger aus den Händen der Terrormilizen zu befreien. Es drängte sich sogar der Eindruck auf, dass Ägypten die Morde billigend in Kauf nahm, um aus niederen innenpolitische Erwägungen im Nachbarland zu bombardieren. Auch auf das IS-Herrschaftsgebiet in Syrien gab es gestern Luftangriffe seitens der USA und ihrer arabischen Satrapen. Die Assyrer werden sich darüber nicht beschweren, im Gegenteil. Es darf aber als sicher gelten, dass es ihnen auch wenig geholfen hat. Die beste Hilfe ist wohl die zur Selbsthilfe. Das kann freilich nur mit den Betroffenen und nicht buchstäblich über ihre Köpfe hinweg entschieden werden.

Außenminister Steinmeier zur Entführung assyrischer Christen

Deutsche Bundesregierung und Ministerien – Die Nachrichten über die Verschleppung hunderter assyrischer Christen durch die Terrorgruppe ISIS erfüllen mich mit größter Sorge. Das Mindeste ist, dass sie human und nach den zivilisatorischen Regeln menschlichen Umgangs behandelt werden. Wir müssen uns mit aller Kraft dafür einsetzen, dass sie bald wieder in Freiheit leben können. Der rücksichtslose Angriff auf von schutzlosen Zivilisten bewohnte assyrische Dörfer, die Entführung von so vielen Menschen, darunter Frauen und Kinder, sowie die Zerstörung und Entweihung religiöser Stätten zeigt erneut das barbarische und menschenverachtende Vorgehen dieser Terrorgruppe.

Die Dörfer, die zwischen der Provinzhauptstadt Hassaka und der syrisch-türkischen Grenzstadt Ras al-Ain entlang des Khabour Flusses liegen, standen bis dahin unter kurdischer Kontrolle. Dieses Gebiet, das an der Frontlinie zwischen kurdischen Gebieten und Einflussgebieten von ISIS liegt, ist seit Monaten hart umkämpft. In den letzten Tagen haben sich die Kämpfe weiter intensiviert. Wohin die Entführten verschleppt wurden, ist bislang unklar.

 

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