Gaskorridor an Ukraine vorbei nach Europa

Erdgas aus Aserbaidschan für Europa

„Russlands Einfluss wächst“. Der Südliche Gaskorridor von Aserbaidschan nach West-Europa nimmt immer mehr Gestalt an.

Gaskorridor an Ukraine vorbei nach Europa

Russland will den Transitpartner Ukraine ausschalten und Europa durch neue Leitungen in der Nordsee und im Schwarzen Meer mit Gas versorgen. Auf den ersten Blick ist es eine beruhigende Perspektive für Verbraucher in Westen. Im Energiegeschäft kommt es auf Planbarkeit und Zuverlässigkeit an. Die vom Bürgerkrieg zerrissene Ukraine kann beide Bedingungen nicht erfüllen.

Niemand wird etwas gegen eine stabile Versorgung haben. Doch die Europäer müssen sich klar sein, was hier auf dem Spiel steht. Erdgas ist eine strategische Ressource und für Moskau ein außenpolitischer Hebel. Es geht dem Kreml jetzt nicht nur darum, sein Ansehen als verlässlicher Lieferant zu wahren. Präsident Wladimir Putin zeichnet mit der Pipeline Turkish Stream die energiepolitische Karte Europas neu, um seinen Einfluss in Griechenland und unter den EU-Staaten auf dem Balkan zu vergrößern. Sie werden von künftigen Transitgebühren und Sonder-Lieferbedingungen profitieren – und vermutlich die Hardliner in der EU bremsen, die Putin herausfordern wollen.

Die Umgehung der Ukraine böte Kiew eine Gelegenheit, um endlich seine verhängnisvolle Gas-Abhängigkeit von Moskau zu überwinden. Aber das Land wird wohl nicht genug Kraft für eine erfolgreiche Abnabelung aufbringen. Schwäbische Zeitung

Südlicher Gaskorridor nimmt Gestalt an – sieben Produktionsbohrungen fertiggestellt

Der Südliche Gaskorridor von Aserbaidschan nach West-Europa nimmt immer mehr Gestalt an. Auf 30 Prozent beziffert SOCAR-Präsident Rovnag Abdullayev den Fortschritt des 45-Milliarden-Dollar-Projektes. „Es wurden bereits Verträge über 10 Milliarden Euro abgeschlossen, mit 162 Zulieferern aus 23 Ländern“, so Abdullayev. Schon jetzt arbeiten über 9500 Menschen an dem Projekt. Sieben unterseeische Produktionsbohrungen sind fertiggestellt und bereit, das erste Gas aus dem riesigen Shah-Deniz-Feld („Meereskönig“) im kaspischen Meer zu fördern. Der Bau einer Kompressorstation in Georgien ist ebenso in vollem Gange wie die Produktion der Pipeline-Röhren. Die Investitionsentscheidung für das Megaprojekt fiel im Dezember 2013. Mit der Grundsteinlegung durch Staatspräsident Ilham Aliyev am Terminal Sangachal unweit Baku startete Ende September 2014 das 45-Milliarden-Dollar-Projekt „Südlicher Gaskorridor“. „Damit beginnt eine neue Ära für Europas Energiesicherheit – ab 2020 strömt Erdgas aus Aserbaidschan in die EU“, so der SOCAR-Präsident. 3500 Kilometer Pipeline verbinden dann sieben Länder zwischen Aserbaidschan und Italien. Innerhalb von fünf Jahren entstehen über 30.000 neue Jobs.

Das staatliche aserbaidschanische Energieunternehmen SOCAR fördert derzeit mit seinen Partnern 29,5 Milliarden Kubikmeter Erdgas pro Jahr aus den Tiefen des Kaspischen Meeres. Im Jahr 2020 soll die Förderung auf 50 bis 55 Milliarden Kubikmeter steigen. Die Gewinne aus dem Verkauf von Erdöl und Erdgas fließen in den staatlichen aserbaidschanischen Ölfonds SOFAZ, in dem 37 Milliarden US-Dollar für die Zukunft des Landes bereitliegen. Was mit dem Kapital geschieht, liegt in der Hand des aserbaidschanischen Parlaments. Viel Geld fließt in Infrastrukturprojekte und in Hilfen für die Flüchtlinge aus den von Armenien illegal besetzten Gebieten in und um Berg-Karabach. Laut UN-Resolutionen gehören Bergkarabach und sieben weitere Bezirke völkerrechtlich zu Aserbaidschan. Armenien hält damit noch immer 20% des aserbaidschanischen Staatsgebietes illegal besetzt. Markus Kurz mk Consulting

DasParlament

2 Meinungen zu "Gaskorridor an Ukraine vorbei nach Europa". Wie lautet Ihre?

  1. Julian Tumasewitsch   Dienstag, 21. Juli 2015, 21:49 um 21:49

    Insgesamt liest der Artikel wie eine Lobeshymne auf die aserbaidschanische Diktatorenfamilie aus deren durch Barrelodollars finanzierter Propagandamaschinerie.
    Wer sich über dieses Regime objektiv informieren möchte, sollten die folgende drei Namen googeln: 1.) Ramil Safarov, 2.) Akram Aylisli, 3.) Emin Milli

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  2. Julian Tumasewitsch   Dienstag, 21. Juli 2015, 21:42 um 21:42

    Es ist grober Unfug, dass Armenien 20% des aserbaischanischen Staatsgebietes besetzt halten würde.
    1.) Kommt das rein flächenmäßig nicht hin. Aserbaidschan ist 3x so groß wie Armenien 2.) Die UN-Resolutionen bestehen in der von Autoren dargestellten Eindeutigkeit nicht! Die Formulierung erinnert eher an Übernahme der Propaganda des aserbaidschanischen Aliyew-Regimes, das Axtmörder verehren (Ramil Safarow) und Bücher verbrennen lässt (Akram Aylisli) 3.) Bergkarabach war zu Sowjetzeiten autonom und gehörte niemals wirklich zu Aserbaidschan. 4.) Das Gebiet ist zu mehr als 95% von Armeniern bewohnt. Nach der Logik des Autoren würden auch die Kosovaren Süserbien besetzt halten.

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