Grüne geben Berlin Mitschuld an laschem Klimavertrag

Klimawandel betroffenen Länder brauchen Hilfe

Grüne geben Berlin Mitschuld an laschem Klimavertrag

Die Grünen geben der Bundesregierung eine Mitschuld daran, dass das Ziel der Dekarbonisierung im letztvorliegenden Entwurf des neuen Weltklimavertrags nicht mehr enthalten war. „Dass es unter anderem Deutschland nicht gelungen ist, die Dekarbonisierung mit in den Vertrag reinzubekommen, muss man der Bundesregierung wohl auch selbst zuschreiben“, sagte Schleswig-Holsteins Umweltminister Robert Habeck (Grüne) der in Düsseldorf erscheinenden „Rheinischen Post“.

„Es ist kaum glaubwürdig, wenn ein führendes Industrieland den Ausstieg aus den fossilen Energieträgern fordert, ihn aber im eigenen Land nicht wirksam anpackt und stattdessen Geschenke an Kohlekonzerne verteilt“, sagte Habeck mit Blick auf die gescheiterte Klima-Abgabe von Wirtschaftsminister Sigmar Gabriel (SPD). „Ohne Dekarbonisierung wird sich die Klimaerwärmung nicht stoppen lassen“, betonte der Grünen-Politiker. „Wenn wir nicht auf Kohle, Öl und Gas verzichten, saufen bestimmte Regionen der Welt irgendwann ab“, sagte der Grünen-Politiker. Der französische Verhandlungsführer, Außenminister Laurent Fabius, will den neuen, fertigen Klimavertrag am heutigen Samstag präsentieren. Rheinische Post

Ein Stück Hoffnung

Nur wer heute ein Kind ist, kann im fernen Jahr 2100 als Greis nachmessen, ob die Temperatur auf der Erde tatsächlich nicht mehr als zwei Grad angestiegen ist. Wenn es dann wirklich so sein sollte – dann darf das jetzt beschlossene Weltklimaabkommen zu Recht als „historisch“ bezeichnet werden. Bis dahin ist es immerhin bemerkenswert, dass sich erstmals 196 Staaten der Erde auf die Bekämpfung der Erderwärmung geeinigt haben. Selbst kritische Umweltorganisationen zollen dem Abschluss der langwierigen Verhandlungen Respekt. Das hätte vor Paris niemand für möglich gehalten.

Indes werden schon die nächsten Jahre zeigen, ob der richtige Weg auch tatsächlich von allen Ländern beschritten wird. Die nationalen Programme müssen alle paar Jahre überprüft werden. Zwar haben die großen Klimasünder China und Indien in den Pariser Verträgen eine Art Ausnahme erfahren. Es ist aber ein Riesenfortschritt, dass sie erstmalig beim Klimaschutz ihr Mitwirken zugesagt haben. Die Verträge versprechen außerdem, dass Kohle und Öl – irgendwann einmal – aus den Kraftwerken verbannt werden sollen. Wie schwer das umzusetzen ist, kann selbst hierzulande, etwa in den Braunkohleregionen, besichtigt werden. Der Vertrag von Paris zeigt eindrucksvoll, dass sich die unterschiedlichsten Staaten einigen können, falls sie nur wollen. Das ist eine sehr gute Botschaft. Wenn es beim Klima gelingt, sollte es doch auch beim Thema Frieden möglich sein. Manfred Lachniet Neue Ruhr Zeitung / Neue Rhein Zeitung

Klimaabkommen ist historischer Schritt

Bärbel Dieckmann, Präsidentin der Welthungerhilfe bezeichnet die Einigung auf das Klimaabkommen als „historischen Schritt“. Sie fordert die Staatengemeinschaft auf, die Hilfe für diejenigen ins Zentrum zu rücken, die von den unabwendbaren Folgen der Erderwärmung betroffen sind. „Der Klimawandel hat bereits unabwendbare Schäden verursacht“, sagt Bärbel Diekmann. „Die Weltgemeinschaft steht nun in der Pflicht, den betroffenen Menschen in den ärmeren Ländern zu helfen, mit den Folgen zu leben. Paris ist nur der Anfang einer langen Reise.“

Klimawandel betroffenen Länder brauchen Hilfe

Die Welthungerhilfe ist auch zufrieden, dass die Staaten 100 Milliarden Dollar pro Jahr hinaus für weitere Hilfe bereitstellen. „Das ist ein guter Anfang. Wir werden allerdings darauf achten, dass diese Zusagen jetzt auch eingehalten und umgesetzt werden“, sagt Michael Kühn, Klimaexperte bei der Welthungerhilfe. Er verweist darauf, dass sich die Staaten verpflichteten, die Hilfszusagen im Jahr 2025 aufzustocken. welthungerhilfe.de Simone Pott

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