Hilfloser Erdogan: Weinachtsmann richtet 39 Menschen hin

Der Terror kennt keine Grenzen

Hilfloser Erdogan: Weinachtsmann richtet 39 Menschen hin

Der Islamische Staat, einst von Präsident Erdogan als heimlicher Verbündeter im syrischen Bürgerkrieg und als Bollwerk gegen die Kurden gehätschelt, lässt vor allem Zivilisten und Touristen ermorden. Kurdische Terroristen töten bevorzugt Polizisten und Soldaten. Dazu kommen türkische Extremisten aus der nationalistischen Ecke, die alles attackieren, was nicht in ihr Weltbild passt. Die Türkei ist in einen Strudel der Gewalt geraten, und Erdogans martialische Durchhalteparolen verraten seine Hilflosigkeit. Natürlich muss der Terror mit aller Härte bekämpft werden, und wir müssen der Türkei dabei nach Kräften helfen. Aber solange Erdogan die terroristische Bedrohung weiter als Vorwand missbraucht, um jeden Widerspruch im Land zu ersticken, solange er die Angst der Menschen dazu nutzt, seine autokratische Herrschaft zu festigen – solange kann dieser Kampf nicht gewonnen werden. Matthias Beermann -Rheinische Post

Der Terror kennt keine Grenzen

Der Terror kennt keine Nationalität, keine Klassen – ja, und auch keinen Glauben. Unter den vielen Toten von Istanbul sind Türken und Ausländer, sind reiche Istanbuler und sicherlich ärmere Polizisten, sind schließlich Moslems und Andersgläubige.

Der begründete Verdacht richtet sich sofort gegen den IS, der inzwischen auch die Türkei mit einer Welle von Terror überzieht. Die Türken zahlen einen brutal hohen Preis dafür, dass das Erdogan-Regime den „Islamischen Staat“ lange Zeit zumindest indirekt unterstützte, um Machtinteressen in der Region durchzusetzen.

Töten, töten, töten. Die Brutalität der Islamisten ist grenzenlos. Erinnerte der mörderische Angriff per Lastwagen auf den Weihnachtsmarkt in Berlin sofort an das blutige Lkw-Attentat von Nizza, so sind die Parallelen zwischen dem Angriff auf den Nachtclub Reina und dem Blutbad auf die Pariser Konzerthalle Bataclan offensichtlich. Hier wie dort schossen die Täter ohne Skrupel in die Menge. Ob Paris, Nizza, Berlin oder Istanbul – überall töteten mutmaßliche Islamisten mit relativ geringem Aufwand und ohne riesige Logistik Dutzende Menschen. Und überall traf es fröhlich Feiernde. Mit diesen Angriffen wollen die Terroristen die angeblich so dekadenten Gesellschaften in ihren Grundfesten erschüttern. Die stärker werdende Verunsicherung im Westen und das Erstarken rechter Parteien zeigen, dass die Saat des Terrors ja durchaus aufgeht.

Die liberale Gesellschaft muss sich auf einen langen Kampf gegen ihre islamistischen Feinde einstellen. Wie nicht zuletzt das Beispiel der Türkei zeigt, ist den Terroristen dabei nicht mit Polizeistaat-Methoden beizukommen. Der feste Wille und die Gewissheit aber, in diesem Kampf gegen die Propheten des Todes schließlich doch zu siegen, sind ebenso notwendig wie die Einhaltung der humanitären Regeln, die man verteidigt. Westdeutsche Allgemeine Zeitung

ie Türkei kann ihre Bürger nicht mehr schützen. Fast jede Woche wird das Land am Bosporus von einem mörderischen Anschlag erschüttert. Entsetzt reibt man sich in Europas Hauptstädten die Augen, muss mit ansehen, wie sich der einst prosperierende Nachbar innerhalb weniger Jahre selbst zerstört. Erst schloss Recep Tayyip Erdogan im Kampf gegen Syriens Diktator Assad mit sunnitischen Extremisten einen Teufelspakt. Dieser machte Al-Kaida und „Islamischen Staat“ zu den mächtigsten Terrororganisationen auf Erden – durch Waffenlieferungen über türkisches Gebiet, Öl- und Antikenschmuggel sowie Reisefreiheit für Dschihadisten. Nach dem gescheiterten Militärputsch dann begann der gleiche Erdogan, den eigenen Sicherheitsapparat rigoros zu zertrümmern. 120 000 Soldaten, Polizisten und Beamte wurden entlassen, 40 000 sitzen hinter Gittern – und ein Ende des Wütens ist nicht in Sicht. Um seinen Machtdurst zu stillen, stellt Erdogan den gesamten Staat auf den Kopf. Kein Wunder, dass dessen Statik immer mehr schwankt. Den Preis aber zahlen Bewohner und Besucher – wie jetzt in Istanbul. Südwest Presse

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