Neue rote Linien überschritten: USA bombardiert Syrien

Putin verurteilt US-Angriff auf Syrien als „Aggression"

Neue rote Linien überschritten: USA bombardiert Syrien

Genau wie sein Vorgänger Barack Obama, der gedroht hatte, auf einen C-Waffeneinsatz durch das syrische Regime militärisch zu reagieren – und dann doch nichts tat, was Amerikas Einfluss in der Region nachhaltig zerstört hat. Obama ist mit seinen leeren Drohungen gescheitert, und dasselbe droht jetzt auch Trump. In Syrien gibt es keine einfachen Lösungen, und seit Russland dort ein Protektorat eingerichtet hat, ist jede Intervention zudem brandgefährlich. Es wäre viel gewonnen, wenn Trump begriffe, dass die Vorstellung, er könne gemeinsam mit Putin und einem Schlächter wie Assad den IS-Terror bekämpfen, naiv war. Nach dem Motto: Die Feinde meines Feindes sind meine Freunde. Aber ganz so simpel ist es eben nicht. Rheinische Post

Putin verurteilt US-Angriff auf Syrien als „Aggression“

Russlands Präsident Wladimir Putin hat den nächtlichen US-Raketenangriff auf einen Flugplatz der syrischen Armee als „Aggression gegen einen souveränen Staat“ verurteilt.

Den Vorwand für den amerikanischen Angriff bezeichnete Putin laut seinem Sprecher als „erfunden“. „Die syrische Armee verfügt über keine chemischen Waffen“, so Peskow. „Die Organisation für das Verbot chemischer Waffen (OPCW) der Vereinten Nationen hat seinerzeit bestätigt, dass alle C-Waffenvorräte der syrischen Streitkräfte vernichtet sind“, so der Kreml-Sprecher.

In der Nacht zum Freitag hat die US-Armee nach offiziellen Angaben 59 Raketen des Typs Tomahawk auf einen Flugplatz der syrischen Armee in der Provinz Homs abgefeuert. Mit dem Angriff reagiert die US-Regierung auf einen mutmaßlichen Giftgasangriff vom Dienstag im syrischen Idlib, den sie der Regierung Assads zuschreibt.

Syrische Oppositionskämpfer hatten am Dienstag rund 80 Tote und 200 Verletze bei einer Giftgas-Attacke in der Stadt Chan Scheichun in der nordwestlichen Provinz Idlib gemeldet und die syrischen Regierungstruppen dafür verantwortlich gemacht. Die syrische Armee wies diese Vorwürfe zurück.

Nach syrischen und russischen Angaben traf die syrische Luftwaffe bei einem Angriff auf die Terrormiliz al-Nusra-Front in Chan Scheichun ein von Terroristen genutztes Lager mit Giftstoffen. Der syrische Außenminister Walid al-Muallem verwies am Donnerstag darauf, dass die ersten Meldungen über die Chemieattacke schon mehrere Stunden vor dem ersten Angriff der syrischen Luftwaffe eingegangen seien.

Nach Angaben der syrischen Regierung bekommen die Terrorgruppen al-Nusra und Daesh (auch Islamischer Staat, IS) chemische Giftstoffe aus der Türkei. Sämtliche C-Waffenvorräte der syrischen Regierung waren zwischen 2014 und 2016 unter Kontrolle der Organisation für das Verbot chemischer Waffen (OPCW) sichergestellt und vernichtet worden. Für die chemische Entwaffnung Syriens bekam die OPCW sogar den Nobelpreis. Sputnik Deutschland

Syriens Diktator Assad setzt alles auf eine militärische Lösung, um seinen ehemaligen Machtbereich in möglichst großen Teilen wiederherzustellen. Dafür setzt er offenbar auch chemische Waffen gegen die Zivilbevölkerung ein – ob mit oder ohne Unterstützung der russischen und iranischen Waffenbrüder. Die Reaktionen aus Moskau auf die Giftgastoten in der Provinz Idlib erinnern fatal an den Abschuss der Passagiermaschine über der Ostukraine im Sommer 2014. Und wieder sprechen viele Indizien dafür, dass auch der Kreml seine Hände im Spiel hat. In diesem Krieg, dessen Ende nicht in Sicht ist, hat Idlib eine wichtige geostrategische Bedeutung. Würde Assads Armee die Rebellengruppen dort besiegen, hätte das Regime wieder ein großes geschlossenes Gebiet unter Kontrolle. Dass die USA unter Barack Obama in diesem Konflikt eine deutlich passivere Rolle als Russland spielten, war ein schwerwiegender Fehler. Dass Donald Trump nun ankündigt, diesen Fehler mit Luftangriffen auf Assad-Truppen korrigieren zu wollen, verspricht nichts Gutes. Westfalen-Blatt

Nach Giftgasangriff: USA greifen Luftwaffenbasis in Syrien an

DasParlament

Kommentar verfassen