Nordkoreas Machthaber Kim Jong Un provoziert den Rest der Wel

Korea: Kein Frieden in Sicht

Nordkoreas Machthaber Kim Jong Un provoziert den Rest der Wel

Zugleich lässt er mit Hochdruck am Bau von Raketen forschen, die solche Waffen einmal in die Hauptstädte der Nachbarländer tragen könnten – oder sogar auf das Gebiet des Erzfeindes USA. Die Aussage, schon eine Wasserstoffbombe zu besitzen, wird sich zwar fast sicher als Angeberei erweisen, doch die Ambitionen des jungen Machthabers sind eindeutig. Berliner Zeitung

Nordkorea: Kim kommt damit durch

Nordkoreas Machthaber Kim Jong Un provoziert den Rest der Welt. Die militärischen Fähigkeiten seines Landes baut der Diktator unbeirrt weiter aus und obwohl das eine reale Bedrohung darstellt, wird er damit wahrscheinlich durchkommen. Die USA und ihre Verbündeten drohen mit harten Sanktionen. Doch an Sanktionen ist Nordkorea gewöhnt. Ein Jahrzehnt der Sanktionen hat ebenso wenig ausgerichtet wie Verhandlungsversuche, an denen Nachbarstaaten und die USA beteiligt waren.

Das Militärbudget wird Nordkorea nicht kürzen. Sanktionen ausbaden muss die Bevölkerung. China hätte die Macht, Druck auszuüben. Aber Peking hat kein Interesse an einem Zusammenbruch Nordkoreas. Das würde, so Chinas Befürchtung, dazu führen, dass US-Truppen an seinen Grenzen präsent sind. Hinzu kommt, dass zum jetzigen Zeitpunkt, wo die Welt die Sorge umtreibt, dass es zwischen Saudi-Arabien und Iran zum Krieg kommen könnte, niemand eine Eskalation in Nordkorea riskieren wird. Christine Straßer Mittelbayerische Zeitung

Kim Jong Un mag ein Maulheld sein – ernst sollte man ihn trotzdem nehmen. Dass Nordkorea mal wieder eine Kernwaffe getestet hat, ist für die Welt durchaus ein Alarmsignal. Zeigt es doch, dass das letzte verbliebene stalinistische Land der Welt zwar hin und wieder davon redet, Frieden mit seinen Nachbarn zu wollen. Der aber soll bitteschön nach den Bedingungen aus Pjöngjang geschlossen werden – wenn überhaupt. Dass in den vergangenen Jahren nicht gezögert wurde, das Nachbarland oder umstrittene Gebiete mit schwerer Artillerie zu beschießen, zeigt, dass die straff geführte Diktatur ein schwer einzuordnender Akteur ist.

Ob die in dieser Woche getestete Waffe nun eine Wasserstoffbombe oder „nur“ eine normale Atombombe ist, spielt dabei gar keine Rolle. So oder so zeigt in den vergangenen Jahren keine Macht der Welt so offen, dass sie sich einen Einsatz dieser Massenvernichtungswaffe gut vorstellen kann. Zudem weiß man nie genau, wer aus der Führungsspitze den Finger auf dem roten Knopf hat. Für Frieden in Korea sind das keine guten Aussichten. Florian Girwert Thüringische Landeszeitung

Rüstungskontrolle gefordert

Nach dem Atombombentest in Nordkorea fordert der Physiker und Friedensforscher Götz Neuneck eine verstärkte Rüstungskontrolle. Im Interview mit der „Neuen Presse“ (Donnerstagsausgabe) aus Hannover sagte der stellvertretende Direktor des Hamburger Instituts für Friedensforschung und Sicherheitspolitik (IFSH) an der Universität Hamburg: „Die Ausgaben für Rüstung sind nur in Europa gesunken. In Asien und im Mittleren Osten steigen sie längst wieder. Diese Länder wollen eine stärkere Marine, auch die Chinesen sind aktiv im südchinesischen Meer. In Asien gibt es ein gesteigertes Wettrüsten.“ Rüstungskontrolle sei in der Region dringend notwendig, betonte Neuneck.

Pjöngjang habe auch die regionale Sicherheit im Visier. „Wir befinden uns in einem Weltumbruch: Die USA sind in Asien wieder aktiv, die japanische Regierung will ihre eigene Verfassung erweitern und auch Militär ins Ausland senden können“, sagte der Experte. Dass Nordkorea wie angegeben eine Wasserstoffbombe getestet hat, bezweifelt Physiker Neuneck: „Eine klassische Wasserstoffbombe war das definitiv nicht, sondern eine fusionsverstärkte Spaltbombe, eine Wasserstoffbombe hätte eine tausendfach stärkere Sprengkraft.“ Neue Presse Hannover

Selbst wenn es „nur“ eine Atombombe war – entscheidend ist das Signal. Und das besagt, dass sich das Kim-Regime durch nichts von seinen nuklearen Ambitionen abbringen lässt. Nicht durch die immer wieder verschärften UN-Sanktionen. Und nicht durch den Einfluss des wichtigsten Verbündeten China, den Kim mit dem neuerlichen Test ebenfalls überrumpelt und brüskiert hat. (…) Fest steht, dass seit dem Amtsantritt des jungen Diktators das Land nicht etwa berechenbarer oder zugänglicher geworden ist, ganz im Gegenteil. (…) Damit wächst die Gefahr, dass Nachbarn wie Japan oder Südkorea bald ebenfalls nach der Bombe greifen. Anders als auf Kim könnte die internationale Gemeinschaft auf sie relativ einfach einwirken. Wenn Staaten wie China, die USA oder Israel endlich den Kernwaffenteststoppvertrag ratifizierten, wäre das ein Anfang. Rhein-Neckar-Zeitung

Pjöngjang sieht sich „am Rand eines Krieges“

https://youtu.be/wVklnKXjiJs

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