Trügerische Waffenruhe in Syrien

Mehr Leid, mehr Vertreibung, mehr Todesopfer

Trügerische Waffenruhe in Syrien

Wenn Moskau doch auf militärische Eskalation setzt, wird Riad den Gegnern des syrischen Diktators Assad Flugabwehrraketen liefern – und vorher nicht in Washington um Erlaubnis bitten. Saudi-Außenminister al-Jubeir zieht ganz offen die Parallelen zu Afghanistan. Dort hatte die Aufrüstung der Mudschaheddin die Sowjets zum Abzug gezwungen. Weser-Kurier

Das Bürgerkiegsland Syrien liefert seit langem wieder mal eine gute Nachricht. Diktator Baschar al-Assad hat die von den USA und Russland vereinbarte Waffenruhe akzeptiert. Man darf hoffen, dass nach der Feuerpause die Anfang Februar ausgesetzten Genfer Friedensgespräche fortgesetzt werden. Aber der Weg zum Frieden in Syrien ist lang und hat viele Hürden. Nur eine ist mit der Vereinbarung der Waffenruhe genommen. Die nächste beschreiben zwei Fragen.

Lassen die Kriegsparteien am Samstag, 0 Uhr, die Waffen schweigen? Und wie lange? Es wäre auch ein Sieg der Diplomatie. Für ein erstes Störfeuer hat wieder das syrische Regime gesorgt. Es will weiter gegen „Terroristen“ vorgehen und bedroht damit die Feuerpause. Die Diplomaten werden alleine bis zum Wochenende noch viel arbeiten müssen, damit die Waffenruhe eingehalten werden kann. Danach gilt es weitere Hürden zu nehmen. Dabei wird es auch Rückschläge geben und enttäuschte Erwartungen. Den Weg deshalb nicht zu gehen, wäre aber falsch. Frankfurter Rundschau

Hilfsorganisationen nach Feuerpause für Syrien: „Mehr Leid, mehr Vertreibung, mehr Todesopfer“

Eine Woche nach der vereinbarten Feuerpause für Syrien haben Angriffe auf Helfer und Zivilisten weiter zugenommen, warnt eine Gruppe von Hilfsorganisationen, darunter CARE, Ärzte der Welt, Save the Children Deutschland und Handicap International. „Nach den Hilfszusagen der internationalen Gemeinschaft für die Menschen in Syrien geht das Bomben weiter. Wir erleben eine der schwersten Wochen seit Beginn des Krieges, mit zahlreichen Angriffen auf Helfer und Zivilisten“, so CARE-Generalsekretär Karl-Otto Zentel.

In den letzten sieben Tagen wurden fünf Schulen und neun Krankenhäuser zerstört oder stark beschädigt. Weitere tausende Menschen wurden vertrieben und Hilfslieferungen werden immer schwieriger. In der Region um Aleppo sind seit Anfang Februar mehr als 73.700 weitere Menschen geflohen, während die Kämpfe in belagerten Gebieten weitergehen. Etwa 70.000 Menschen harren vor der türkischen, 27.100 vor der jordanischen Grenze aus. Seit dem 17. Februar haben verstärkte Kämpfe in dicht besiedelten Vierteln in der Stadt Daraa zu weiteren Fluchtbewegungen geführt. Seit November 2015 sind bereits mehr als 43.000 Menschen aus dieser Region geflohen.

„Die internationale Unterstützungsgruppe für Syrien (ISSG), die letzte Woche Hilfe für Syrien zugesagt hat, besteht aus Staaten mit großer politischer Macht. Sie müssen jetzt dringend ihre Versprechen in die Tat umsetzen und Zivilisten in Syrien vom weitergehenden Gemetzel schützen“, so Karl-Otto Zentel von CARE. „Trotz aller Zusagen sehen wir im Moment vor allem mehr Leid, mehr Massensterben, mehr Vertreibung.“

Der Verbund der Hilfsorganisationen hatte die internationale Unterstützungsgruppe für Syrien dazu aufgerufen, täglich über die Entwicklungen vor Ort zu informieren, vor allem über den Fortschritt von Hilfslieferungen für umkämpfte und belagerte Gebiete. „Die verschiedenen Parteien vor Ort müssen Rechenschaft darüber ablegen, wie sie die Zusagen umsetzen“, so Kathrin Wieland, Geschäftsführerin von Save the Children Deutschland. „Die Unterstützungsgruppe für Syrien muss den Schutz von Zivilisten in Syrien und die Einhaltung humanitären Rechts sicherstellen.“ CARE Deutschland-Luxemburg e.V.

Syriens Regierung will sich an neu vereinbarter Waffenruhe beteiligen

https://youtu.be/rQYRc4uDa-0

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