Trumps Blödsinn – Provokation als Methode im US-Wahlkampf

Wahlkampf in den USA: Donald Trump hetzt gegen Muslime

Trumps Blödsinn – Provokation als Methode im US-Wahlkampf

Wäre der Polit-Clown Donald Trump derzeit nicht der aussichtsreichste Bewerber für die Präsidentschaftskandidatur der Republikaner, seine blödsinnigen Dauerprovokationen mit grotesken Forderungen wären keine Schlagzeile wert. So aber genießt er Rampenlicht und einkalkulierten Protest, wenn er ein Einreiseverbot für Muslime in die USA fordert – oder die Ausweisung der Kinder von illegalen Einwanderern aus Lateinamerika, selbst wenn die einen US-Pass besitzen.

Rüpel Trump weiß natürlich, dass all dies gegen die Verfassung und internationale Verträge verstößt. Dass er für seine moralisch verwerflichen, rechtlich unhaltbaren und oft beleidigenden Attacken auf Minderheiten und politische Konkurrenten Applaus von Millionen US-Bürgern erhält, zeigt, wie verunsichert die amerikanische Gesellschaft ist.

Trumps Erfolg ist eine Reaktion auf Terrorängste einer ganzen Nation und auf Abstiegsfurcht der weißen Mittelschicht. Trump stilisiert sich mit ungezügelter verbaler Wildheit als vermeintlich handlungsstark, während der entscheidungsschwache Barack Obama eine zunehmend traurige Figur im Weißen Haus abgibt, die weder auf internationale noch auf nationale Herausforderungen der USA starke Antworten findet.

Trumps Höhenflug ist eine politische Katastrophe für die Republikaner. Dass die Amerikaner nach einem langen Wahlkampf einen unseriösen Geiferer wie Trump zum mächtigsten Mann der Welt machen, ist nach wie vor eher unwahrscheinlich. Trump stiehlt qualifizierten Bewerbern wie Jeb Bush oder Ted Cruz die Show – und vielleicht sogar die Nominierung. Die ewige Hillary Clinton hätte dann fast einen Freifahrtschein ins Oval Office. Bernd Hilder Thüringische Landeszeitung

Donald Trumps Hetze gegen eine ganze Religionsgruppe ist verwerflich, weil sie das Klima im Inneren der Einwanderer-Nation vergiftet. Aber sie ist auch gefährlich für die Auseinandersetzung mit islamistischen Extremisten. Trump betreibt deren Geschäft. Denn nichts wünschen sich die Kalifats-Krieger mehr als einen Kampf der Kulturen. So unerträglich Trumps Äußerungen auch sein mögen, so scheinheilig kommen nun die Distanzierung-Versuche der Republikaner von ihrem Spitzenreiter in den Umfragen daher.

Trump fiel nicht vom Himmel. Er stammt aus dem Schoß einer Partei, die seit Jahren mit Rechtspopulisten im Bett lag. Als Trump vorschlug, eine Mauer entlang der 2000 Meilen langen Grenze zu Mexiko zu bauen, gab es Beifall. An der Gleichsetzung von Mexikanern mit Vergewaltigern und Drogenhändlern störte sich kaum jemand. Eher verhalten fiel die Kritik aus, als »The Donald« dann die Muslime ins Visier nahm. Anti-islamische Sprüche gehören so selbstverständlich zu den Wahlkampfreden republikanischer Kandidaten wie Sternenbanner und patriotische Lieder. Nach dem Terror von Paris überboten sich die Wortführer der Republikaner in Panikmache.

Jeb Bush kam als erster auf die Idee, eine Art Religionstest entscheiden zu lassen, wer ins Land kommen darf. Der jung-dynamische Marco Rubio gab nicht minder tiefe Ressentiments zu erkennen, als er kategorisch forderte, überhaupt keine Flüchtlinge mehr aus dem Mittleren Osten aufzunehmen. Klar, dass die Forderung Trumps nach einer Registrierung aller Moslems in den USA irgendwie vertraut klingt. Dass er nun überhaupt keine Muslime mehr ins Land lassen möchte, spricht einem signifikanten Teil der Basis aus dem Herzen. Laut einer Umfrage von »Public Policy Polling« (PPP) findet fast jeder dritte Republikaner, der Islam sollte illegal sein. Der Aufschrei der Parteivorderen dürfte mehr ein Erschrecken über den Geist sein, den sie schon vor Jahren aus der Flasche gelassen haben. Den Korken öffnete tragischerweise John McCain.

Der erkor 2008 die schrille Sarah Palin zu seiner Vizepräsidentschaftskandidatin und machte damit den Rechtspopulismus hoffähig. Seitdem marschiert die Tea-Party durch die Institutionen der Bewegung. Im US-Kongress wimmelt es nur so von »Mini«-Palins und »Mikro«-Trumps. Dass sich zwei von drei Republikanern seit Monaten für einen der rechtspopulistischen Kandidaten aussprechen, zieht in Zweifel, ob die Rebellion der einst willkommenen Wutbürger noch einmal eingedämmt werden kann. Ohnehin wird das nur gelingen, wenn sich die Parteiführung schnell hinter einem »Anti-Trump« sammelt. Trump wird dank der demographischen Realitäten der USA niemals ins Weiße Haus einziehen. Aber der Frankenstein-Kandidat bedroht schon jetzt seinen Schöpfer. Westfalen-Blatt

Wahlkampf in den USA: Donald Trump hetzt gegen Muslime

https://youtu.be/no0Qt1H-4eg

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