Trumps Drohung gegen Nordkorea

Riskanter Konflikt mit Nordkorea

Anders als Syriens Assad verfügt er über die Mittel, die Region in einen Atomkonflikt mit unabsehbaren Folgen zu stürzen. Es bleibt zu hoffen, dass Trump in diesem Fall auf Schnellschüsse verzichtet und sein Handeln vor allem mit Chinas Präsident Xi Jinping abstimmt.

Trumps Drohung gegen Nordkorea

Donald Trump erhöht vor dem Besuch des chinesischen Präsidenten Xi Jinping schon einmal den Druck auf seinen Gesprächspartner. Indem er einen möglichen Alleingang gegen Nordkorea ankündigt, baut er eine erhebliche Drohkulisse auf – die für den US-Präsidenten jedoch leicht nach hinten losgehen kann. Zwar mag Trump darauf hoffen, Xi dadurch zu einem härteren Vorgehen gegen Kim Jong Un bewegen zu können. Doch verfolgen Peking und Washington in Bezug auf Nordkorea durchaus unterschiedliche Ziele. Obwohl auch China kein Interesse an einer weiteren atomaren Aufrüstung Pjöngjangs haben kann, zieht das Reich der Mitte den angespannten Status quo einem möglichen Kollaps des kommunistischen Regimes allemal vor.

Denn eine Wiedervereinigung Koreas könnte den amerikanischen Einflussbereich bis an die Grenzen Chinas erweitern. Es ist daher eher unwahrscheinlich, dass sich Xi und Trump auf ein gemeinsames Vorgehen einigen können, dass den amerikanischen Vorstellungen entspricht. Dann jedoch stünde der US-Präsident vor der Wahl, seine äußerst beunruhigende Drohung in die Tat umzusetzen – oder erneut mit leeren Händen dazustehen. Christian Altmeier – Rhein-Neckar-Zeitung

China mag sich vordergründig ärgern, wenn Donald Trump im chinesischen Einflussgebiet mitmischt und Flugzeugträger in Richtung Nordkorea entsendet. Doch im Gesamtbild sind die vielen außenpolitischen Kurswechsel des neuen US-Präsidenten in Peking hochwillkommen. Staatschef Xi Jinping will sein Land als Supermacht positionieren. Doch zugleich fühlt es sich an die grundsätzliche Friedlichkeit und Verlässlichkeit gebunden, die der Reformer Deng Xiaoping tief im politischen Denken verankert hat. Jetzt kommt Trump und nimmt Xi die ganze Arbeit ab.

Selbst die Zündelei in Nordkorea bewirkt Störungen und Veränderungen, die Peking am Ende für sich nutzen kann. Trump sorgt dafür, dass Europa und weite Teile Asiens näher an China heranrücken als je zuvor. Die Strategen im Regierungsviertel sehen an jedem dieser Wendepunkte Chancen, die eigenen langfristigen Pläne voranzutreiben. Für China ist Donald Trump daher – trotz allen Ärgers mit dem oft widersprüchlich agierenden Politik-Neuling im Weißen Haus – ein Geschenk des Himmels: Präsident Xi Jinping will sein Land als neue Supermacht positionieren und damit nicht weniger schaffen als eine neue Weltordnung. Finn Mayer-Kuckuk Badische Zeitung | Frankfurter Rundschau

Konflikt mit Nordkorea

Zugegeben – es fällt schwer, Donald Trump auch einmal Recht zu geben. Doch in den letzten Tagen hat der so oft merkwürdig agierende Mann im Weißen Haus schnell und überraschend konsequent gehandelt. Die Formel dahinter ist nicht neu: Ich tue, was ich sage. In der US-Innenpolitik spaltet dieser Satz die Gesellschaft. Despoten gegenüber, denen man zuvor gedroht hat, ist er nur folgerichtig. Denn was sollen Drohungen wert sein, wenn ihnen keine Taten folgen? Dennoch ist es ein Spiel mit dem Feuer, zumal im Fall Nordkoreas. Wenn Donald Trump vielen als unberechenbar erscheint, dann ist Machthaber Kim Jong Un eine tickende Zeitbombe.

Anders als Syriens Assad verfügt er über die Mittel, die Region in einen Atomkonflikt mit unabsehbaren Folgen zu stürzen. Es bleibt zu hoffen, dass Trump in diesem Fall auf Schnellschüsse verzichtet und sein Handeln vor allem mit Chinas Präsident Xi Jinping abstimmt. Die Weltpolizei USA kann nach wie vor Gutes bewirken. Ein Weltpolizist Trump, der als Oberbefehlshaber der US-Streitkräfte in einen Machtrausch verfällt, kann zum Alptraum werden. Südwest Presse

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