Trumps Probleme mit dem rechten Rand der USA

Trumps Leisetreterei nach Charlottesville

Trumps Probleme mit dem rechten Rand der USA

Donald Trump hatte die Chance, Klartext zu reden. Er hätte sagen müssen, was unbedingt gesagt werden musste. Dass es weiße Überlegenheitsfanatiker waren, die den Streit um Bürgerkriegsdenkmäler ausnutzten, um Gewalt zu provozieren. Dass es sich bei dem tödlichen Anschlag im Zentrum von Charlottesville um die Terrortat eines weißen Rassisten handelte. Stattdessen begnügte er sich damit, „vielen Seiten“ die Schuld in die Schuhe zu schieben. Er laviert, verharmlost und vernebelt, mit derart trivialen Worten, die eines amerikanischen Präsidenten nicht würdig sind. Zu dessen Aufgaben gehört es, die Nation in schwierigen Momenten zu einen, Wunden zu heilen, im Idealfall rhetorische Maßstäbe zu setzen. Trump ist grandios daran gescheitert. Er hat die Geister gerufen, nun wird er sie nicht mehr los.

Und weigert sich, sie beim Namen zu nennen. Es ginge zu weit, ihn direkt verantwortlich zu machen für das blutige Chaos in Charlottesville. Doch die Prediger des Hasses sehen in ihm einen Präsidenten, der sie im Aufwind segeln lässt. Spricht dieser Präsident von „America First“, interpretieren sie es in ihrem primitiven Ethno-Nationalismus so, als rangierte nunmehr das weiße Amerika an erster Stelle. Der Wahlkämpfer Trump hat sich nie die Mühe gemacht, eindeutig auf Distanz zu den Rechtsextremen zu gehen. Auch wenn sie nicht den Kern seiner Anhängerschaft bildeten, ein Faktor, von dem er zu zehren versuchte, waren sie schon.

Ohne moralische Hemmschwellen zu kennen, hat er versucht, sich ihre Ressentiments zunutze zu machen. Mehr noch, mit Steve Bannon hat er einen Ideologen aus dem Dunstkreis der Alt-Right-Bewegung in seinen Führungszirkel geholt. Umso schwerer tut sich der Präsident Trump, sich vom rechten Rand der Gesellschaft abzugrenzen. Das aber wäre überfällig. Zum einen aus moralischen Gründen. Zum anderen, um die Gräben nicht noch weiter aufzureißen. Lausitzer Rundschau

Eines Präsidenten unwürdig

Wenn Du Dich mit Hunden schlafen legst, wachst Du mit Flöhen auf. Benjamin Franklin – geistreicher Gründervater der USA – soll das geschrieben haben. Der Satz fasst das Problem zusammen, das Donald Trump – kleingeistiger Präsident der USA – mit der extremen Rechten hat. Trump hat im Wahlkampf ihre Unterstützung gesucht, vom rechtspopulistischen Webportal Breitbart bis zur rassistischen, antisemitischen Alt-Right-Bewegung. Trump hat Breitbart-Leiter Steve Bannon sogar zu seinem Chefstrategen gemacht. Jetzt, da ein mutmaßlicher rechter Terrorist eine Frau totgefahren hat, weil sie für ein buntes Amerika auf die Straße ging, ist Trumps Kumpanei zu Rechtsaußen zum nächsten großen innenpolitischen Problem für ihn geworden. Noch ein Franklin-Sprichwort: Liebe Deine Feinde; denn sie sagen Dir Deine Fehler. Was wäre das für ein Segen für die USA und die ganze Welt, wenn sich Trump diese Worte zu Herzen nähme. Wenn er seinen politischen Gegnern entgegegenkäme und ihnen sagte: Es war ein Fehler, mit den Feinden der Demokratie zu flirten. Aber das wird nicht passieren. Trump liest ja keine Bücher über Benjamin Franklin. Er sieht Kabelfernsehen. Mittelbayerische Zeitung

Gefangen am rechten Rand

Eigentlich ist der US-Präsident ein Freund knapper, aber klarer Worte. Doch ausgerechnet nach der Ermordung einer jungen Frau in Charlottesville will ihm das nicht gelingen. Er laviert herum, verharmlost, spricht allgemein über »Gewalt von vielen Seiten«. Dass er dabei – wie so oft – Tatsachen verdreht, ist das Eine. Zugleich wird deutlich: Dieser Präsident kann sich nicht abgrenzen, ja nicht einmal absetzen vom rechten Rand der US-amerikanischen Gesellschaft. In diesem trüben Sumpf, in dem sich auch die Alt-Right-Bewegung, Neonazis verschiedenster Art und der wieder aktivere Ku-Klux-Klan wohlfühlen, hat Trump seine Wähler. Zumindest jene, die noch immer zu ihm stehen, weil er versprochen hat, Amerika wieder groß und mächtig zu machen. Dass er damit jedoch nur den weißen Teil der Gesellschaft gemeint hat, bewies er ja bereits mit einigen Hass-Attacken gegen Menschen anderer Herkunft.

Im Land und außerhalb. Unabhängig davon, was Trump selbst denkt – er hat sich als Präsident umgeben mit Rassisten wie Steve Bannon, der als Hetzer auf der »Breitbart«-Website Karriere machte – gegen Menschenrechte und Demokratie. Dass Trump nach massiver Kritik auch von Republikanern dann twitterte, »Wir alle müssen jetzt zusammenstehen«, denn »Wir sind alle zuallererst Amerikaner«, macht sein Verhalten noch abscheulicher. Mit einem Typen wie Trump kann man nicht zusammenstehen, wenn es darum geht, rechtsextremistischen Terror abzuwehren. Denn letztlich ist er – so oder so – ein Teil davon. neues deutschland

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