UN-Klimakonferenz in Madrid: Präsidentin von der Leyen ruft zu schnellem Handeln auf

COP25 bringt Regierungen, Unternehmen, lokale Behörden und die Zivilgesellschaft zusammen

UN-Klimakonferenz in Madrid: Präsidentin von der Leyen ruft zu schnellem Handeln auf

Sind die Länder der Welt bereit, den Paris-Vertrag ernst zu nehmen, in dem sie sich verpflichtet haben, ihre nationalen CO2-Reduktionsziele so anzuheben, dass diese dem 1,5- bis Zwei-Grad-Limit entsprechen? Bisher sind die Ziele so schwach, dass sie auf einen Drei- bis Vier-Grad-Pfad führen – und damit in drastisch verschlechterte Lebensverhältnisse bereits für die junge Generation von heute. Bisher mauern die meisten Regierungen. So läuft es auf einen Showdown im nächsten Herbst hinaus – vor dem Klimagipfel Nummer 26, der dann in Glasgow stattfindet. Die Hoffnungen liegen auf China und der EU. Auf der EU, weil die neue Kommissionspräsidentin von der Leyen das Klima zum Megathema erklärt hat, einen „Green New Deal“ plant und das CO2-Ziel für 2030 deutlich anheben will.¹

An ihrem ersten Tag im Amt vertritt die Präsidentin der Europäischen Kommission, Ursula von der Leyen, heute (Montag) die Europäische Kommission bei der UN-Klimakonferenz (COP25) und Madrid. Bei ihrer Rede in der Eröffnungssitzung sagte sie: „In zehn Tagen wird die Europäische Kommission den European Green Deal vorstellen. Unser Ziel ist es, bis 2050 der erste klimaneutrale Kontinent zu sein. Wenn wir dieses Ziel erreichen wollen, müssen wir jetzt handeln, wir müssen unsere Politik jetzt umsetzen. Denn wir wissen, dass dieser Übergang eine Generationenaufgabe ist.“

Die COP25 bringt Regierungen, Unternehmen, lokale Behörden und die Zivilgesellschaft zusammen, um an den Regeln für die Umsetzung des Pariser Abkommens zu arbeiten und Impulse für ehrgeizigere Ziele zu geben. Der Übergang zu einer klimaneutralen Wirtschaft bis 2050 ist die oberste Priorität der von der Leyen Kommission.

Im Mittelpunkt der Madrider Konferenz wird der Abschluss der Verhandlungen über das einzige noch offene Element des „Katowice-Regelwerks“ stehen: die Leitlinien für die freiwillige Zusammenarbeit und marktwirtschaftliche Mechanismen gemäß Artikel 6 des Pariser Abkommens. Die Arbeiten werden in Bereichen wie Ozeane, Finanzen, Transparenz der Klimaschutzmaßnahmen, Wälder und Landwirtschaft, Technologie, Kapazitätsaufbau, Verluste und Schäden, indigene Völker, Städte und Geschlechter fortgesetzt.

Die Kommission wird während der gesamten COP25, die vom 2. bis 13. Dezember unter dem Vorsitz der chilenischen Regierung in Madrid stattfindet, vertreten sein. In der zweiten Woche der COP25 wird die EU-Delegation von Exekutiv-Vizepräsident Frans Timmermans und Krista Mikkonen, Ministerin für Umwelt und Klimawandel der finnischen EU-Präsidentschaft, geleitet.

Der Hohe Vertreter für Außen-und Sicherheitspolitik Josep Borrell, der Exekutiv-Vizepräsident für Wirtschaft, Valdis Dombrovskis, Umweltkommissar Virginijus Sinkevičius und Energiekommissarin Kadri Simson werden in den nächsten zwei Wochen ebenfalls an verschiedenen Teilen der Konferenz teilnehmen. Während der COP25 wird die EU Gastgeber von über 100 Nebenveranstaltungen im EU-Pavillon im Konferenzzentrum sein. Weitere Informationen zu Veranstaltungen und Presseinformationen finden Sie auf der COP25-Website der Kommission.²

¹Frankfurter Rundschau ²Europäische Union

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