Union zweifelt am Erfolg des USA-Nordkorea-Gipfels

Inakzeptable amerikanische Attitüde

Union zweifelt am Erfolg des USA-Nordkorea-Gipfels

Monatelang haben sich der amerikanische Präsident Donald Trump und Nordkoreas Machthaber Kim Jong Un beleidigt, beschimpft und bedroht. Nun die Wende: Am 12. Juni 2018 wollen sich Trump und Kim in Singapur treffen.

Beobachter bezweifeln, dass Nordkorea sein Atomprogramm wirklich aufgeben wird. Denn die Bomben und Raketen gehören zu den Stützpfeilern der Macht, die helfen, das Überleben der Diktatur zu sichern. Der Film von Stefan Ebling zeigt, was im Inneren des Landes vor sich geht: Die Herrscherfamilie setzt seit Generationen auf Abschottung, Unterdrückung und Propaganda. Die Dokumentation analysiert sieben Säulen, die für den Machterhalt des Regimes zentral sind, darunter ein gigantisches Heer, schmutzige Geldgeschäfte, der allgegenwärtige Führerkult und geheime Foltergefängnisse.

Doch die Fundamente der Macht bröckeln, seitdem sich auch China an den Wirtschaftssanktionen gegen Nordkorea beteiligt und das Land von der Außenwelt nahezu komplett abgeschnitten ist. Kim muss reagieren – aber wird er wirklich auf die Bombe verzichten? Und welche Folgen hätte eine wirtschaftliche Öffnung seines Landes? ZDF Presse und Information

Nordkoreas Machtpoker

CDU-Außenexperte Hardt: Endgültige und vollständige atomare Abrüstung Nordkoreas fraglich – „Trump nach G7-Eklat unter Erfolgsdruck“

Die Union zweifelt am Erfolg des bevorstehenden USA-Nordkorea-Gipfels. Im Gespräch mit der „Neuen Osnabrücker Zeitung“ sagte der außenpolitische Sprecher der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, Jürgen Hardt: „Aufgrund vergangener Erfahrung bin ich skeptisch, dass der nordkoreanische Diktator die von uns als Westen verlangte vollständig überprüfbare und unumkehrbare Aufgabe des Nuklearprogramms als Bedingung für eine Normalisierung der Beziehungen akzeptieren wird“. Es bleibe zu hoffen, dass Kim die Gipfel-Bühne „nicht missbrauchen wird, um seine Verhandlungsposition vermeintlich zu verbessern“.

CDU-Außenexperte Hardt sagte weiter: „Nach dem Eklat beim G7-Gipfel steht US-Präsident Trump beim Treffen mit Kim Jong Un unter Erfolgsdruck. Er setzt hohes politisches Kapital ein und wird ein Ergebnis liefern müssen.“ Vor diesem Hintergrund sei es umso wichtiger, „dass sich die G7-Staaten in Kanada auf eine gemeinsame Linie in der Nordkoreapolitik geeinigt haben“, betonte Hardt: „Diese Geschlossenheit war ein wichtiger Erfolg des Gipfels.“ Neue Osnabrücker Zeitung

Südkoreas Präsidentenberater nennt Giuliani-Bemerkung über bettelnden Kim „sehr dumm“.

Der außen- und sicherheitspolitische Berater des südkoreanischen Präsidenten und frühere Wegbereiter der „Sonnenscheinpolitik“ des Friedensnobelpreisträgers Kim Dae Jung, Prof. Moon Chung In, hat dem Anwalt des US-Präsidenten, Rudy Giuliani, vorgeworfen, eine „alte amerikanische Attitüde“ einzunehmen, die „nicht akzeptabel“ sei.

Im Exklusiv-Interview mit ARD-Korrespondent Klaus Scherer (NDR) in Seoul nahm Moon Bezug auf Giulianis Äußerung, wonach Nordkoreas Machthaber Kim Jong Un nach Trumps Gipfel-Absage „auf Händen und Knien gebettelt“ habe, am Treffen in Singapur festzuhalten. Dies, so Giuliani weiter, sei genau die Haltung, „in der man ihn haben muss“.

„Solche Bemerkungen helfen niemandem“, so Moon laut NDR. „Es war ein falsches und dummes, sehr dummes Statement.“ Es sei ihm völlig unverständlich, was Giuliani dazu veranlasst habe. „Es zeigt die typische amerikanische Attitüde, wonach das eigene Land groß und stark ist und sich Nordkorea als kleines Land entsprechend zu verhalten habe.“ Er akzeptiere das schlichtweg nicht.

Wer Verhandlungen wolle, müsse wechselseitig Respekt zeigen, so der ehemalige Unterhändler Kim Dae Jungs dem NDR zufolge. Das sei der wichtigste Schlüssel, um sie zum Erfolg zu führen. Südkoreas Präsident, der nach Trumps Absage zwischen Pjöngjang und Washington vermittelt habe, sei bereit, kurzfristig auch selbst nach Singapur zu kommen, um eine erste Vereinbarung über das Ende des Koreakrieges abzuzeichnen, zitiert der NDR den Berater weiter. Bisher hätten ihn aber weder die USA noch Nordkorea dazu eingeladen. Norddeutscher Rundfunk

DasParlament

Ihre Meinung ist wichtig!

Ihre Email-Adresse wird nicht veröffentlicht.