Ex-Nato-General: 100.000 Soldaten gegen den IS

Westen muß auch Russland ins Boot holen

Der frühere Nato-General Egon Ramms hält einen militärischen Erfolg gegen den IS nur bei einem massiven Einsatz von Bodentrupen für möglich. „Die Luftangriffe müssen mit Landstreitkräften ergänzt werden, um in Syrien den IS von West nach Ost zu bekämpfen. Danach muss im Sinne präventiver Politik der Wiederaufbau, die Funktion der Zivilgesellschaft sichergestellt werden.

Nur für den ersten Teil und maximal für eine Übergangsphase braucht man mehr als 100.000 Soldaten“ , sagte Ramms der in Düsseldorf erscheinenden „Rheinischen Post“. Der frühere Vier-Sterne-General hält zudem eine Lösung in Syrien nur mit Hilfe der Vereinten Nationen für möglich. „Das ist keine Frage für die Nato, sondern für den UN-Sicherheitsrat. Dort brauchen wir einen geschlossenen Auftrag ohne ein ,Veto‘ eines der ständigen Mitglieder.“ Dazu müsse der Westen aber auch Russland ins Boot holen, so Ramms.

Für den Abschuss eines russischen Kampfjets durch türkische Piloten zeigte Ramms Verständnis. „Nato-Staaten wie in diesem Falle die Türkei können bei solchen Grenzverletzung nicht immer nur drohen. Irgendwann werden Drohungen Taten folgen, sonst wird man unglaubwürdig“, sagte Ramms. Die Türkei habe in diesem Jahr Russland schon mehrfach derartige Grenzverletzungen nachgewiesen und noch vor wenigen Wochen den russischen Botschafter bei einer solchen Grenzverletzung einbestellt. Rheinische Post

Heute könnte sich vorentscheiden, ob eine internationale Militärallianz gegen die Terrormiliz »Islamischer Staat« (IS) als Bündnis nachhaltig trägt oder nicht. François Hollande trifft Wladimir Putin. Frankreich und Russland fliegen unabhängig voneinander Luftangriffe in Syrien. Nach den Anschlägen von Paris haben Moskau und Paris angekündigt, ihre Luftangriffe fortan abstimmen zu wollen. Diese Vereinbarung könnte sich nach dem Abschuss eines russischen Jagdbombers durch die türkische Luftwaffe erledigt haben. Nach dem Zwischenfall dürfte Russland noch mehr als bislang auf eigene Rechnung agieren.

Auf den ersten Blick wirkt Putins Ankündigung, das Flugabwehrsystem S-400 nach Syrien zu verlegen, wie eine Warnung an die Türkei, sich russischen Jets im Grenzbereich nicht zu nähern. Doch diese Form der Aufrüstung hat eine andere Tragweite, weil sie auch die Luftschläge der amerikanisch-arabischen Koalition betrifft – und die Einsätze der Türkei und Israels, deren Jets im syrischen Luftraum unterwegs sind. Dass auf dem Gebiet des ehemaligen syrischen Staates ein Stellvertreterkrieg tobt, dürfte nun ebenso klar sein wie die Tatsache, dass eine Anti-IS-Allianz wegen der gegensätzlichen Interessen zu scheitern droht. Westfalen-Blatt

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