Vesper zu Olympiaentscheid: „Bürger waren verunsichert“

Positive Impulse nach Olympia 1972

Nach dem „Nein“ der Hamburger zu Olympischen Spielen 2024 hat sich der Vorsitzende des Deutschen Olympischen Sportbundes, Michael Vesper, enttäuscht gezeigt. Im inforadio vom rbb sagte Vesper am Montag, Hamburg habe ein hervoragendes Konzept vorgelegt. Dies sei letzlich auch nicht Gegenstand der Kritik gewesen.

Er gehe davon aus, dass äußere Faktoren auf die Stimmung der Bürger gedrückt hätten: „Das begann mit den diversen Sportskandalen, ob FIFA oder IAAS und das setzte sich fort mit den Diskussionen über die Flüchtlingsthematik. Am Ende hat auch der schreckliche Terroranschlag in Paris auch nicht zur Sicherheit im Urteil beigetragen, sondern eher zur Verunsicherung.

Vesper betonte, er wolle das Ergebnis aber nicht auf die äußeren Faktoren schieben. „Mehrheit ist Mehrheit und wir haben sie nicht bekommen“.

Vesper verteidigte das Vorgehen, die Kosten im Vorfeld so genau wie möglich auszurechnen, auch wenn das Viele abgeschreckt habe: „Neun Jahre vor einem solchen Ereignis einen solchen Finanzreport aufzustellen … und Experten daran zu setzen, die fast 700 Projekte ausgerechnet haben… das ist schon sehr ambitioniert. Das ist bisher noch nicht passiert in dieser Form. Aber natürlich hat das viele abgeschreckt, diese hohe Zahl. Die Tatsache, dass das reine Durchführungsbudget von 4,3 Milliarden Euro komplett finanziert gewesen wäre, durch Zuschüsse des IOC und ähnliches, das ist völlig in den Hintergrund getreten.“ Rundfunk Berlin- Brandenburg

„Große Chance für die Sportentwicklung in Deutschland vertan

„Heute wurde eine große Chance vertan, der Sportentwicklung in Deutschland einen nachhaltigen Impuls zu geben, der weit über die Förderung des Leistungs- und Spitzensports hinausgeht“, kommentierte der Hessische Sportminister Peter Beuth die Entscheidung beim Bürgerschaftsreferendum am heutigen Sonntag in Hamburg. Die Hamburgerinnen und Hamburger haben sich mit knapper Mehrheit dagegen ausgesprochen, dass sich der Deutsche Olympische Sportbund mit der Freien und Hansestadt Hamburg um die Ausrichtung Olympischer und Paralympischer Spiele im Jahr 2024 bewirbt.

Positive Impulse nach Olympia 1972

„Deutschland hätte der Welt eine Sportgroßveranstaltung präsentieren können, die nicht dem Gigantismus folgt, sondern die Regeln einer freiheitlichen Demokratie beachtet und Sozial- und Umweltfragen auf höchstem Niveau gewährleistet“, unterstrich der Minister. Peter Beuth erinnerte an das Erbe, das die Spiele 1972 in München hinterlassen haben. „Dort wurden seinerzeit die Fundamente für eine moderne Sportentwicklung gelegt, Olympia 1972 hat zur gesellschaftlichen Modernisierung Deutschlands beigetragen und war ein Konjunktur- und Modernisierungsprogramm für den Sport“, sagte Peter Beuth.

Einen ähnlichen Impuls habe er sich von Olympischen und Paralympischen Spielen in Hamburg erwartet. Auf Jahre, wenn nicht gar Jahrzehnte, sei nun die Möglichkeit verbaut, das weltweit herausragende Sportereignis in Deutschland durchzuführen. „Deutschland und Hamburg haben leider nicht die Chance bekommen, Sport auf höchstem Niveau zu erleben und sich gleichzeitig den Besucherinnen und Besuchern aus allen Kontinenten als gute Gastgeber zu erweisen“, so Beuth. Marco Krause Mitteilungen des Landes Hessen

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